{"id":135,"date":"2019-12-08T23:07:03","date_gmt":"2019-12-08T22:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/estiesanomias.noblogs.org\/?p=135"},"modified":"2020-02-13T23:10:54","modified_gmt":"2020-02-13T22:10:54","slug":"remember-remember-the-6th-of-december","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/estiesanomias.noblogs.org\/de\/post\/2019\/12\/08\/remember-remember-the-6th-of-december\/","title":{"rendered":"Remember, Remember, the 6th of December"},"content":{"rendered":"<div class=\"field field-name-field-abstract field-type-text-long field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\">\n<p align=\"justify\">In einer n\u00e4chtlichen Verschw\u00f6rung beteiligten wir uns an den Angriffen auf eine Bank und zwei Versicherungen in der Stadt. Wir traten zusammen und hinter uns liegen die Risse, die wir euch \u00fcbrig lassen. Risse in Fensterscheiben, die sich wie Narben in euer Ged\u00e4chtnis einbrennen werden. Wir werfen euch den Dreck vor Augen. Wir sind gekommen und wir werden wieder erscheinen. Als Gestalten der Nacht suchen wir kein Seelenheil, sondern versuchen unser Gl\u00fcck in den Angriffen auf Banken, Schweine und was uns noch einfallen wird!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\">\n<p align=\"justify\">Unsere Aggression und Wut richtete sich in tiefer Feindschaft gegen die staatlichen und kapitalistischen Autorit\u00e4ten und in tiefer Hoffnung und Solidarit\u00e4t an unsere Gef\u00e4hrt*Innen in Griechenland und der ganzen Welt.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Remember, Remember, the 6th of December<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Unsere Wut tobt in diesen N\u00e4chten. 11 Jahre nach der Ermordung von Alexandros Grigoropoulos durch das Schwein Epameinondas Korkoneas bleibt uns keine Ruhe. Und deshalb schenken wir euch keine. Dieser Angriff soll die Lebendigkeit unserer Trauer ausdr\u00fccken und ein Ventil unserer Wut sein. Ganz besonders nach der vorzeitigen Haftentlassung von Korkoneas in diesem Jahr.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>F\u00fcr einen schwarzen Dezember<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">2015 riefen die Gef\u00e4hrt*Innen<em>Panagiotis Argriou (CCF) &amp; Nikos Romanos zum Schwarzen Dezember auf. Unsere Tat soll ihre Wut teilen. Unsere Wut ihre Taten antreiben:<\/em><\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eEs gibt Phasen in der Geschichte, in denen die Zuf\u00e4lligkeit einiger Ereignisse dynamische Ver\u00e4nderungen verursachen kann, die fast alleine in der Lage sind Raum und Zeit anzuhalten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es war Samstag Abend, am 06.12.2008, als der H\u00f6hepunkt eines Konflikts zwischen zwei Welten innerhalb weniger Momente stattfand. Auf der einen Seite die jugendliche, enthusiastische, spontane und ungest\u00fcme aufst\u00e4ndische Gewalt; auf der anderen Seite das offizielle, staatliche Verfassungsorgan, welches die Legitimation des Gewaltmonopols durch Repression beansprucht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nein, es geht nicht um ein unschuldiges Kind und einen paranoiden Bullen, die zur falschen Zeit am falschen Ort zusammentrafen. Es geht um einen rebellischen, jungen Genossen, der einen Streifenwagen angriff, in einem Gebiet, in dem Zusammenst\u00f6\u00dfe mit den Repressionskr\u00e4ften \u00fcblich sind, und um einen Bullen, der in demselben Gebiet patrouillierte und in pers\u00f6nlicher Auslegung \u00fcber Ehre und Ansehen der Polizei, sich entschied auf eigene Faust gegen Unruhestifter vorzugehen. Es war ein Konflikt zwischen zwei gegens\u00e4tzlichen Kr\u00e4ften: auf der einen Seite der <strong>Aufstand<\/strong>, auf der anderen die <strong>Macht<\/strong>, in welchem die Protagonisten jeweils ihre Seite vertraten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Ermordung von Alexandros Grigoropoulos durch den Bullen Epameinondas Korkoneas und die darauf folgenden schweren Riots, verursachten einen m\u00e4chtigen, sozialen Elektroschock, weil das Bild des \u201esozialen Friedens\u201c zersplitterte und die Existenz dieser beiden gegens\u00e4tzlichen Welten sichtbar wurde; in der greifbarsten Weise Situationen ausl\u00f6send, von denen es kein einfaches Zur\u00fcck mehr gab, zumindest nicht ohne Ereignisse hervorgebracht zu haben, deren Wucht von niemand mehr ignoriert werden konnte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Revolte 2008 ersch\u00fctterte eine Gesellschaft, die in ihrer Mehrheit das Konsumgl\u00fcck und den westlichen Lebensstil genoss und die unvermeidlichen Konsequenzen der aufkommenden, wirtschaftlichen Krise ignorierte. Sie verursachte Verlegenheit, Taubheit und perspektivische L\u00e4hmungen, weil die Mehrheit der Gesellschaft nicht in der Lage war, zu verstehen woher so viele tausende Randalierer kamen, die Unruhen von solcher Spannung schufen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Nachwirkung der Rebellion beteiligten sich zahlreiche Intellektuelle, politische Analysten, Professoren, Soziologen, Psychologen, Kriminologen und sogar K\u00fcnstler an der \u00f6ffentlichen Debatte, wobei sie alle Vorteile f\u00fcr ihr berufliches Prestige daraus zogen, nicht nur um den Dezember 2008 zu interpretieren, sondern auch um ihn zu verf\u00e4lschen, indem sie den Verlauf verf\u00e4lschten und gemeinsam jede Gewalt verurteilten, egal woher sie kommen mag, womit sie klar stellten, was ihre soziale Funktion ist.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es gibt noch viel mehr, das \u00fcber den Dezember 2008 und sein aufst\u00e4ndisches Erbe gesagt werden muss, was sich durch dutzende Aktionsgruppen manifestiert hat, die sich explosionsartig im ganzen Land verbreiteten und eine neue Front der inneren Bedrohung kreierten. Eine Zeit, in der anarchistische, direkte Aktionen die soziale Normalit\u00e4t beinah t\u00e4glich unterminierten. Aber was wir vor allem wollen, ist <strong>Erinnern\u2026<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Erinnern<\/strong> an das, was der Dezember 2008 war und wie Anarchie, in f\u00fchrender Rolle, sich an Demonstrationen und dynamischen Situationen beteiligte, welche Resonanz in der internationalen, anarchistischen Bewegung ausl\u00f6sten.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Erinnern<\/strong> an die Zeit, als Anarchie die Angst vor Verhaftung, Gefangenschaft und gewaltsamer Repression \u00fcberwand und daf\u00fcr ein riesiges Selbstvertrauen bildete, was zu Aktionen und Gesten f\u00fchrte, die bis dahin unm\u00f6glich zu sein schienen; ein Selbstvertrauen, welches sich in der ganzen Spanne anarchistischer, polymorpher Aktionen ausdr\u00fcckte, von einfachen \u00f6ffentlichen Interventionen, Besetzungen, spontanen Konfrontationen, bis zu mehr organisierten Angriffen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Wir wollen erinnern<\/strong> an unseren jungen Genossen, der seiner Spontaneit\u00e4t schuldig war, f\u00fcr die er mit seinem Leben bezahlte. Unter anderen Umst\u00e4nden h\u00e4tten wir an seiner Stelle sein k\u00f6nnen, so wie uns derselbe, aufst\u00e4ndische Enthusiasmus antreibt. Und au\u00dferdem, JEDE\/R sollte sich an seine Wurzeln erinnern anstatt sie auszutreiben.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Wir wollen erinnern<\/strong> an die Sch\u00f6nheit einer L\u00e4hmung des sozialen Raum- Zeitgef\u00fcges, durch kleinere und gr\u00f6ssere, soziale Kurzschl\u00fcsse.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Wir wollen erinnern<\/strong>, wie gef\u00e4hrlich Anarchie werden kann, wenn die Anarchie es m\u00f6chte\u2026\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Der Angriff auf Exarchia<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Unser Angriff zielte auf einen m\u00f6glichst hohen Sachschaden. Wir schicken euch einen Kassenbon f\u00fcr den in diesem Jahr besonders heftigen Angriff auf den Athener Stadtteil Exarchia. Es sind die Schweine von MAT und anderen staatlichen Terroristen, die in Exarchia einmarschierten, doch unser Hass ist grenzenlos. So m\u00fcsst auch ihr zahlen. Die Gentrifizierung von Exarchia wird kostspieliger als ihr glaubt! Unsere Beteiligung an der n\u00e4chtlichen Verschw\u00f6rung ist ein Beitrag, K\u00e4mpfe weiter zu verbinden, sie \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg zu f\u00fchren und die Autorit\u00e4ten massiv anzugreifen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihr werdet die weltweiten Angriffe nicht stoppen k\u00f6nnen. Solange unsere Gedanken und Tr\u00e4ume leben, schlagen sie Wurzeln in unseren Herzen. Unsere Sehnsucht nach der Befreiung findet Ausdruck in unseren Angriffen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>In Erinnerung an Alexandros Grigoropoulos!<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>In t\u00f6dlicher Feindschaft gegen die Schweine und besonders das Schwein Epameinondas Korkoneas!<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Solidarit\u00e4t mit Exarchia!<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Es lebe die Anarchie!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer n\u00e4chtlichen Verschw\u00f6rung beteiligten wir uns an den Angriffen auf eine Bank und zwei Versicherungen in der Stadt. Wir traten zusammen und hinter uns liegen die Risse, die wir euch \u00fcbrig lassen. Risse in Fensterscheiben, die sich wie Narben in euer Ged\u00e4chtnis einbrennen werden. Wir werfen euch den Dreck vor Augen. 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